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Auszug aus der Chronik der Sängerrunde Ebental

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Im Jahre 1998, dem Jahr der Markterhebung für die Gemeinde Ebenthal, beging die Sängerrunde Ebental ihr letztes "Rundes", das 60-jährige Bestandsjubiläum. Noch tragen einige Mitglieder dieser Sängerrunde die Tradition und die Erinnerung an die Gründer dieses Männerchores persönlich im Herzen.

Otto Eizenberger war es - ein musisches und künstlerisches Multitalent - der 1938 den Verein als MGV Ebental begründete. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Singtätigkeit unter der Bezeichnung Sängerrunde Ebental wieder aufgenommen und wieder war Otto Eizenberger als Chorleiter der treibende Motor für diesen Ebentaler Chor, wobei damals Ebental noch wirklich ein Dorf mit ländlichem Charakter darstellte.

Otto Eizenberger leitete den Chor bis 1968, während dessen der für das Vereinswohl so überaus bemühte und begeisterte Obmann, Bernhard Lafferthon, die Vereinsleitung inne hatte. Nach Walter Urbanschitz als Chorleiter folgte bereits 1969 Heinz Fischer in dieser Funktion, der bis heute - somit in etwa die zweite Hälfte der bisherigen Vereingeschichte - den Chor leitet. Als Obmann folgte Bernhard Lafferthon im Jahre 1970 Gerhard Lepicnik.

Nach der anfänglichen Fortführung der sängerischen Traditionen des Vereines reagierte man in den 70-er Jahren auf das sich verändernde soziale und kulturelle Umfeld von Ebental, das sich aus seinem dörflichen Charakter zu einem, durch die nahe Landeshauptstadt Klagenfurt, mannigfaltig beeinflussten Vorstadtbereich entwickelte. Dieser kulturellen Öffnung versuchte die Sängerrund Ebental daher auch mit ihren Veranstaltungen zu entsprechen.

Hiebei stand insbesondere der Austausch und die Begegnung mit anderen Kulturbereichen im Vordergrund, die durch Sängerfahrten wie auch durch internationale Chor- und Kulturveranstaltungen in Ebental gepflogen wurden. So entstanden aus Erinnerungskonzerten an den Tod des Vereinsgründers Otto Eizenberger im Mai 1970, die internationalen Maisingen, zu welchen jeweils Vereine aus wechselnden Kulturkreisen eingeladen wurden. Es wurde aber auch der Blick zu anderen Kulturbereichen - wie z.B. der Malerei - durch die erstmalige Einrichtung der sogenannten "GALERIE CONTACT" im Jahre 1981 geöffnet. Gleichermaßen präsentierten die Sänger auch Literatur in Form von Dichterlesungen.

So entwickelten sich diese Kulturveranstaltungen im Jahre 1984 erstmals zu den "EBENTALER KULTURTAGEN".

In diesem Jahr, dem 1000-Jahr Jubiläum von Ebental, wurde eine entsprechende Forschungsarbeit durch zwei Kärntner Historiker, Dr. WILHELM WADL und Dr. WILHELM DEUER, in Auftrag gegeben und in der REIHE "Schriften der Sängerrunde Ebental" veröffentlicht. Diese Schriftenreihe wurde auch Dokumentation des ab 1985 gleichzeitig durchgeführten "EBENTALER LITERATURPREIS", in der jeweils die preisgekrönten Werke veröffentlicht wurden.

Im Gleichklang mit der kulturellen Öffnung zu Nachbarregionen und anderen Kulturbereichen war der Sängerrunde Ebental auch die Aufnahme kultureller Beziehungen zur slowenischen Volksgruppe innerhalb der Gemeinde Ebental ein besonderes Anliegen. Mit Einladungen zu den alljährlichen Sängerfesten, der Mitwirkung bei Kulturveranstaltungen im Kulturhaus am Radsberg und der Abhaltung zweisprachiger Adventsingen in den Kirchen von Ebental und Radsberg wurde das Zusammenleben und Verstehen seit der Mitte der 70-er Jahre eingeleitet und zu freundschaftlichen Beziehungen ausgebaut.

Bis zum Jahre 1990 hat die Sängerrunde Ebental, neben anderen Gesangsveranstaltungen das kulturelle Leben mit Aktivitäten und den "Ebentaler Kulturtagen" alljährlich bereichert und Ebental als Plattform für namhafte Künstler und Kulturgruppen aus benachbarten Regionen und diversen Kulturbereichen präsentiert.

Nicht zuletzt aus Mangel an einem heute immer rarer werdenden Gut - der Zeit - und wohl auch mangels Sponsoren konnten weitere Projekte im Rahmen der Veranstaltungsreihe der "Ebentaler Kulturtage" in den 90-er Jahren nicht mehr realisiert werden. Die zu einem verschworenen Freundeskreis mit Kristallisationszentrum Ebental sich wandelnde Sängerrunde Ebental verfolgte mit ihrer Anhängerschaft weiterhin Kulturexkursionen im Alpen - Adria - Raum, Austauschveranstaltungen mit zum Teil schon seit Jahrzehnten befreundeten Partnerchören und die völkerverbindende Idee der "FREUNDSCHAFTSGLOCKEN" auf Berg- und Schutzhütten im Alpenraum, die mit der Liebe zu den Bergen und zur Natur eine weitere Dimension in das Spektrum des Vereinsgeschehens brachte.

Hiebei wurde zuletzt im Juli 2001 sowohl der St. Martiner Hütte ob Guttaring als auch der traditionellen "JUDENBURGER WALLFAHRT" als Symbol der Verbundenheit jeweils eine Freundschaftsglocke überreicht und gewidmet.

In all der Breite der Aktivitäten war aber die Freude und die Kraft des Liedes das tragende und vermittelnde Medium, mit welchem sich die Türen zum breiten Spektrum an Kultursparten und zur faszinierenden kulturellen Vielfalt in unserer Nachbarschaft und unserem europäischen Umfeld öffneten und der Zugang zu den Herzen und für ein schöngeistiges Empfinden erschlossen wurde.

Die "Sängerrunde Ebental" hofft, dass diese Berufung des "Kärntner Liedes" auch künftig von kulturbegeisterter und europaoffener Jugend aufgegriffen wird und diese Intentionen unserer kleinen Sängerrunde mit frischem Elan Unterstützung finden und lädt daher zur Mitgliedschaft und zum Mitmachen und Mitsingen herzlichst ein.

DI Gerhard Lepicnik Obm.

 

 


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